Du überlegst, eine Ausbildung in der Pflege zu machen, und fragst dich: Was genau macht eine Pflegefachkraft eigentlich den ganzen Tag? Die Antwort ist: eine ganze Menge — und kaum ein Tag gleicht dem anderen. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner übernehmen eigenverantwortlich die Pflege und Betreuung von Menschen aller Altersgruppen. Sie arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen, ambulanten Diensten und vielen weiteren Einrichtungen. Die Aufgaben reichen von der körperlichen Grundpflege über medizinische Tätigkeiten bis hin zur psychosozialen Begleitung und Beratung.

Seit der Reform der Pflegeausbildung im Jahr 2020 werden alle Pflegefachkräfte generalistisch ausgebildet. Das heißt: Du lernst in der Ausbildung alle Pflegebereiche kennen — Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege. Nach dem Examen kannst du dann selbst entscheiden, in welchem Bereich du arbeiten möchtest. Die Aufgaben unterscheiden sich je nach Einsatzort, aber die Grundkompetenzen bleiben dieselben.

In diesem Artikel erfährst du im Detail, welche Aufgaben auf dich zukommen und wie ein typischer Arbeitstag in der Pflege aussieht.

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Grundpflege: Die Basis der pflegerischen Arbeit

Die Grundpflege — auch körperbezogene Pflegemaßnahmen genannt — bildet das Fundament der täglichen Arbeit. Hier unterstützt du Menschen, die bestimmte alltägliche Tätigkeiten nicht mehr selbstständig ausführen können. Dabei geht es nicht nur um reine Handgriffe, sondern immer auch darum, die Selbstständigkeit und Würde der zu pflegenden Menschen zu erhalten.

Körperpflege

Die Unterstützung bei der Körperpflege gehört zu den häufigsten Aufgaben im Pflegealltag. Je nach Zustand der Patientin oder des Patienten umfasst das:

  • Ganzkörperwäsche im Bett bei bettlägerigen Personen
  • Hilfe beim Duschen oder Baden — inklusive Haarwäsche
  • Mund- und Zahnpflege, auch bei Prothesenträgern
  • Hautpflege und Eincremen, besonders bei trockener oder empfindlicher Haut
  • An- und Auskleiden — morgens, abends oder bei Kleidungswechseln
  • Rasieren und allgemeine Körperhygiene
  • Inkontinenzversorgung — Wechseln von Vorlagen, Anlegen von Kathetern oder Unterstützung beim Toilettengang
Gut zu wissen: Bei der Körperpflege geht es immer auch um Beobachtung. Du achtest dabei zum Beispiel auf Hautveränderungen, Rötungen oder Druckstellen — und erkennst so frühzeitig mögliche Komplikationen wie einen Dekubitus.

Ernährung und Flüssigkeitsversorgung

Viele Patientinnen und Patienten brauchen Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme. Deine Aufgaben in diesem Bereich:

  • Mahlzeiten anreichen bei Personen, die nicht selbstständig essen können
  • Essen mundgerecht zerkleinern oder pürierte Kost vorbereiten
  • Trinkmenge überwachen — viele ältere Menschen trinken zu wenig, was gefährlich werden kann
  • Sonden versorgen — zum Beispiel PEG-Sonden bei Personen, die nicht mehr schlucken können
  • Ernährungszustand beobachten — Gewichtsverlauf dokumentieren, auf Mangelernährung achten
  • Spezielle Kostformen berücksichtigen — Diabeteskost, natriumarme Kost, Schluckstörungskost

Mobilisation und Bewegungsförderung

Bewegung ist essenziell für die Gesundheit — auch und gerade bei kranken oder älteren Menschen. Als Pflegefachkraft förderst du die Mobilität aktiv:

  • Aufstehen aus dem Bett — mit den richtigen Techniken und Hilfsmitteln
  • Geh- und Stehübungen durchführen oder begleiten
  • Transfer vom Bett in den Rollstuhl oder auf die Toilette
  • Sturzprophylaxe — Gefahrenquellen erkennen und beseitigen
  • Bewegungsübungen im Bett für immobile Personen
  • Einsatz von Hilfsmitteln wie Rollatoren, Gehstöcken oder Aufstehhilfen

Lagerung und Positionierung

Bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten ist die korrekte Lagerung extrem wichtig. Falsche oder fehlende Lagerung kann zu Druckgeschwüren (Dekubitus), Kontrakturen oder Thrombosen führen.

  • Regelmäßige Lagerungswechsel — in der Regel alle zwei Stunden
  • Spezielle Lagerungstechniken — 30-Grad-Seitenlage, Oberkörperhochlagerung, Bauchlage
  • Mikrolagerungen für kleine Positionsveränderungen zwischendurch
  • Einsatz von Lagerungshilfsmitteln — Kissen, Keile, Antidekubitusmatratzen
  • Kontrakturenprophylaxe — Gelenke bewegen, um Versteifungen vorzubeugen

Medizinische Tätigkeiten: Behandlungspflege im Überblick

Neben der Grundpflege übernehmen Pflegefachkräfte zahlreiche medizinische Aufgaben, die früher ausschließlich Ärzten vorbehalten waren. Diese sogenannte Behandlungspflege gehört heute fest zum Aufgabenspektrum und erfordert fundiertes Fachwissen.

Medikamentenmanagement

Das Thema Medikamente begleitet dich in der Pflege täglich:

  • Medikamente stellen — für jede Patientin und jeden Patienten individuell nach ärztlicher Anordnung
  • Medikamente verabreichen — oral, subkutan (Spritzen unter die Haut), intravenös oder als Zäpfchen
  • Insulingabe bei Diabetikerinnen und Diabetikern
  • Wirkung und Nebenwirkungen beobachten — Auffälligkeiten dokumentieren und an die Ärztin oder den Arzt melden
  • Bedarfsmedikation nach ärztlicher Anordnung eigenständig geben (zum Beispiel Schmerzmittel)
  • Medikamentenschränke verwalten — Vorräte kontrollieren, Verfallsdaten prüfen, Betäubungsmittel dokumentieren
Wichtig: Die Verabreichung von Medikamenten erfolgt immer nach dem 6-R-Prinzip: richtiger Patient, richtiges Medikament, richtige Dosis, richtiger Zeitpunkt, richtige Verabreichungsform, richtige Dokumentation. Dieses Prinzip lernst du in der Ausbildung ausführlich kennen.

Wundversorgung und Verbandswechsel

Die professionelle Wundversorgung ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Pflege:

  • Akute Wunden versorgen — nach Operationen, Unfällen oder Stürzen
  • Chronische Wunden behandeln — zum Beispiel Dekubitus, Ulcus cruris (offenes Bein) oder diabetisches Fußsyndrom
  • Verbandswechsel nach hygienischen Standards durchführen
  • Wundbeurteilung — Größe, Tiefe, Belag, Geruch und Heilungsverlauf dokumentieren
  • Wundspülung und Wundauflagen auswählen und anwenden
  • Drainagen und Wunddrainagen versorgen

Infusionen und Injektionen

Je nach Einsatzbereich gehören auch intravenöse Therapien zu deinen Aufgaben:

  • Venenzugang (PVK) legen — in vielen Häusern übernehmen das erfahrene Pflegekräfte
  • Infusionen anhängen und überwachen — Flüssigkeits- und Elektrolytlösungen, Antibiotika
  • Infusionsgeschwindigkeit nach ärztlicher Anordnung einstellen
  • Subkutane Injektionen verabreichen — zum Beispiel Heparin zur Thromboseprophylaxe
  • Intramuskuläre Injektionen — zum Beispiel bestimmte Impfungen oder Medikamente

Vitalzeichenkontrolle

Vitalzeichen geben wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand. Du kontrollierst regelmäßig:

  • Blutdruck — manuell oder mit automatischen Geräten
  • Puls — Frequenz, Rhythmus und Qualität
  • Körpertemperatur — oral, axillär, rektal oder über das Ohr
  • Atemfrequenz — Tiefe und Regelmäßigkeit der Atmung
  • Sauerstoffsättigung — mit dem Pulsoxymeter
  • Blutzucker — Kapillarblutmessung bei Diabetikern
  • Gewicht und Flüssigkeitsbilanz — Ein- und Ausfuhr bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten

Blutabnahme und Labordiagnostik

In vielen Krankenhäusern und Einrichtungen übernehmen Pflegefachkräfte die venöse Blutabnahme:

  • Venöse Blutentnahme aus der Armvene
  • Kapilläre Blutentnahme aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen
  • Blutkulturflaschen befüllen bei Verdacht auf Infektionen
  • Laborröhrchen korrekt beschriften und dem Labor zuordnen
  • Laborwerte lesen und einordnen — auffällige Werte an die Ärztin oder den Arzt melden

Pflegeplanung und Dokumentation

Die Pflege ist weit mehr als nur „am Bett arbeiten". Ein großer und wichtiger Teil der Arbeit findet am Schreibtisch oder am Computer statt. Die Pflegeplanung und Dokumentation sorgt dafür, dass die Pflege strukturiert, nachvollziehbar und qualitativ hochwertig bleibt.

Der Pflegeprozess in sechs Schritten

Jede professionelle Pflege folgt dem sogenannten Pflegeprozess, den du in der Ausbildung intensiv lernst:

  1. Informationssammlung — Welche Probleme, Ressourcen und Bedürfnisse hat die Patientin oder der Patient?
  2. Pflegediagnose — Was genau ist das pflegerische Problem?
  3. Pflegeziele festlegen — Was soll durch die Pflege erreicht werden?
  4. Pflegemaßnahmen planen — Welche konkreten Maßnahmen werden durchgeführt?
  5. Durchführung — Die geplanten Maßnahmen werden umgesetzt
  6. Evaluation — Hat die Pflege das gewünschte Ergebnis gebracht? Muss der Plan angepasst werden?

Dieser Prozess ist kein starres Schema, sondern ein dynamischer Kreislauf. Du überprüfst regelmäßig, ob die Pflegeziele erreicht werden, und passt die Planung bei Bedarf an.

Digitale Dokumentation

In den meisten Einrichtungen wird heute digital dokumentiert. Du arbeitest mit Programmen wie ORBIS, iMedOne, Connext Vivendi oder ähnlichen Systemen und dokumentierst:

  • Pflegeberichte — Was ist im Dienst passiert? Welche Beobachtungen hast du gemacht?
  • Vitalwerte und Messergebnisse
  • Durchgeführte Maßnahmen — Medikamentengabe, Verbandswechsel, Lagerungen
  • Sturz- oder Wundprotokolle bei besonderen Vorkommnissen
  • Pflegegrade und Begutachtungen — Dokumentation für den MDK (Medizinischen Dienst)
Warum ist Dokumentation so wichtig? In der Pflege gilt: „Was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht." Die Dokumentation dient der rechtlichen Absicherung, der Qualitätssicherung und der Kommunikation im Team. Auch bei Prüfungen durch den MDK oder die Heimaufsicht ist eine lückenlose Dokumentation entscheidend.

Übergabe und Teamkommunikation

Bei jedem Schichtwechsel findet eine Übergabe statt. Dabei informierst du die nachfolgende Schicht über:

  • Den aktuellen Zustand aller Patientinnen und Patienten
  • Besondere Vorkommnisse (Stürze, Verschlechterungen, Notfälle)
  • Anstehende Untersuchungen oder Arztvisiten
  • Änderungen in der Medikation oder Pflegeplanung
  • Neue Aufnahmen oder Entlassungen

Eine strukturierte Übergabe ist essenziell für die Patientensicherheit. Viele Einrichtungen nutzen dafür standardisierte Methoden wie das SBAR-Schema (Situation, Background, Assessment, Recommendation).


Beratung und psychosoziale Betreuung

Pflege bedeutet nicht nur körperliche Versorgung. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Kommunikation, Beratung und emotionaler Begleitung. Gerade dieser Bereich macht den Pflegeberuf für viele Menschen so besonders und erfüllend.

Beratung von Patientinnen und Patienten

Als Pflegefachkraft bist du oft die erste Ansprechperson für die zu pflegenden Menschen. Du berätst sie zum Beispiel zu:

  • Umgang mit der Erkrankung — Was bedeutet die Diagnose? Welche Einschränkungen gibt es?
  • Medikamenteneinnahme — Wann und wie müssen Medikamente eingenommen werden?
  • Ernährung und Bewegung — Was können Patientinnen und Patienten selbst für ihre Gesundheit tun?
  • Hilfsmittelversorgung — Welche Hilfsmittel gibt es und wie beantragt man sie?
  • Entlassungsplanung — Was muss zu Hause organisiert werden? Braucht es einen ambulanten Pflegedienst?
  • Pflegegrade und Leistungen — Welche Ansprüche bestehen gegenüber der Pflegekasse?

Beratung und Unterstützung von Angehörigen

Angehörige sind oft stark belastet — emotional und organisatorisch. Du unterstützt sie durch:

  • Anleitung in Pflegetechniken — zum Beispiel korrektes Lagern oder Mobilisieren zu Hause
  • Aufklärung über den Krankheitsverlauf — realistische Einschätzungen geben
  • Entlastungsangebote aufzeigen — Tagespflege, Verhinderungspflege, Selbsthilfegruppen
  • Emotionale Unterstützung — Zuhören, Ängste ernst nehmen, da sein
  • Vermittlung zu weiteren Angeboten — Sozialberatung, Seelsorge, Pflegestützpunkte

Sterbebegleitung und Palliativpflege

Die Begleitung sterbender Menschen gehört zu den emotional anspruchsvollsten, aber auch zu den bedeutsamsten Aufgaben in der Pflege:

  • Symptomlinderung — Schmerzen, Atemnot und Übelkeit lindern
  • Mundpflege und Lagerung — Wohlbefinden bis zum Schluss sicherstellen
  • Angehörige begleiten — Raum für Trauer, Abschied und Fragen geben
  • Rituale respektieren — religiöse und kulturelle Wünsche berücksichtigen
  • Versorgung nach dem Tod — Waschen, Ankleiden und würdevolles Herrichten des Verstorbenen
Hinweis: In der Ausbildung wirst du behutsam an das Thema Sterbebegleitung herangeführt. Du lernst Bewältigungsstrategien kennen und kannst bei Bedarf Supervision oder kollegiale Beratung in Anspruch nehmen. Niemand wird mit dieser Aufgabe allein gelassen.

Wo arbeiten Pflegefachkräfte?

Einer der größten Vorteile des Pflegeberufs ist die enorme Vielfalt an Einsatzorten. Nach deiner generalistischen Ausbildung stehen dir alle Türen offen. Hier sind die wichtigsten Arbeitsbereiche im Überblick:

Krankenhaus

Akutpflege auf verschiedenen Stationen — von der Chirurgie über die Innere Medizin bis zur Intensivstation und Notaufnahme

Pflegeheim

Langzeitpflege und Betreuung älterer Menschen — Alltagsgestaltung, Biografiearbeit und Demenzbegleitung

Ambulanter Dienst

Häusliche Pflege — Patienten eigenständig in ihrer vertrauten Umgebung versorgen

Kinderklinik

Pflege von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen — inklusive Neonatologie

Psychiatrie

Begleitung und Pflege von Menschen mit psychischen Erkrankungen — Gesprächsführung und Krisenintervention

Hospiz & Palliativ

Betreuung in der letzten Lebensphase — Lebensqualität, Schmerzmanagement und Angehörigenbegleitung

Reha-Klinik

Unterstützung bei der Genesung nach Operationen, Schlaganfällen oder schweren Erkrankungen

Pflegeberatung

Beratung zu Leistungsansprüchen und Versorgungsplänen — in Pflegestützpunkten oder Krankenkassen

Krankenhaus (stationäre Akutpflege)

Das Krankenhaus ist der klassische Einsatzort für Pflegefachkräfte. Je nach Station unterscheiden sich die Aufgaben erheblich:

  • Chirurgie — Vor- und Nachbereitung von Operationen, Wundversorgung, Drainagenmanagement
  • Innere Medizin — Betreuung von Patientinnen und Patienten mit internistischen Erkrankungen
  • Intensivstation — Überwachung und Pflege kritisch kranker Menschen, Beatmung, Monitoring
  • Notaufnahme — Ersteinschätzung (Triage), schnelles Handeln in Akutsituationen

Altenpflege (stationäre Langzeitpflege)

In Pflegeheimen begleitest du ältere Menschen oft über Monate oder Jahre. Der Beziehungsaufbau spielt hier eine besonders große Rolle:

  • Alltagsgestaltung und Aktivierung
  • Biografiearbeit — die Lebensgeschichte der Bewohnerinnen und Bewohner kennenlernen und einbeziehen
  • Begleitung bei Demenzerkrankungen
  • Zusammenarbeit mit Hauswirtschaft, Betreuungsdienst und Ehrenamtlichen

Ambulante Pflege (häusliche Krankenpflege)

Im ambulanten Pflegedienst fährst du direkt zu den Menschen nach Hause. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstständigkeit:

  • Eigenständige Tourenplanung und Zeitmanagement
  • Pflege in der privaten Umgebung — jede Wohnung ist anders
  • Enger Kontakt zu Angehörigen
  • Häufig allein unterwegs — du musst Situationen selbstständig einschätzen können

Pädiatrie (Kinderkrankenpflege)

Die Pflege von Kindern und Jugendlichen ist ein ganz besonderer Bereich:

  • Altersgerechte Kommunikation — vom Säugling bis zum Teenager
  • Enge Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Spielerische Zugänge zu pflegerischen Maßnahmen
  • Neonatologie — Pflege von Frühgeborenen auf der Intensivstation

Psychiatrie

In der Psychiatrie betreust du Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie, Suchterkrankungen oder Angststörungen:

  • Therapeutische Gesprächsführung
  • Krisenintervention und Deeskalation
  • Beziehungsgestaltung als zentrales Pflegeinstrument
  • Begleitung bei Gruppentherapien und Freizeitaktivitäten

Hospiz und Palliativstation

Im Hospiz steht nicht die Heilung, sondern die Lebensqualität im Vordergrund:

  • Ganzheitliche Betreuung in der letzten Lebensphase
  • Intensive Begleitung von Angehörigen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, Seelsorge, Ehrenamtlichen und Therapeuten
  • Schmerzmanagement und Symptomkontrolle

Rehabilitation

In Reha-Kliniken unterstützt du Menschen auf dem Weg zurück in ein selbstständiges Leben:

  • Mobilisierung nach Operationen, Schlaganfällen oder Unfällen
  • Enge Zusammenarbeit mit Physio- und Ergotherapie
  • Anleitung zu Übungen und selbstständiger Versorgung
  • Motivationsarbeit — der Weg zurück ist oft lang und frustrierend

Pflegeberatung

Wenn du nach ein paar Jahren Berufserfahrung einen anderen Schwerpunkt setzen möchtest, ist die Pflegeberatung eine spannende Option:

  • Beratung von Pflegebedürftigen und Angehörigen zu Leistungsansprüchen
  • Erstellung von Versorgungsplänen
  • Arbeit in Pflegestützpunkten, Krankenkassen oder kommunalen Beratungsstellen
  • Weniger körperlich belastend als die direkte Pflege

24/7 Pflege findet rund um die Uhr statt — in Früh-, Spät- und Nachtschicht. Kein Tag gleicht dem anderen.

Ein typischer Arbeitstag in der Pflege

Wie sieht ein normaler Arbeitstag als Pflegefachkraft eigentlich aus? Hier bekommst du einen realistischen Einblick in die drei Schichten — am Beispiel einer Station im Krankenhaus.

Frühschicht (ca. 6:00–14:30 Uhr)

Die Frühschicht ist in der Regel die arbeitsintensivste Schicht:

  • 6:00 Uhr — Dienstbeginn, Übergabe von der Nachtschicht. Du erfährst, was in der Nacht passiert ist und worauf du achten musst.
  • 6:30 Uhr — Erste Runde: Vitalzeichen messen (Blutdruck, Puls, Temperatur, Blutzucker), Medikamente verteilen.
  • 7:00 Uhr — Grundpflege: Waschen, Duschen, Ankleiden, Inkontinenzversorgung. Bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten Lagerungswechsel.
  • 8:00 Uhr — Frühstücksverteilung, Essen anreichen bei Patientinnen und Patienten, die Hilfe benötigen.
  • 8:30 Uhr — Arztvisite: Du begleitest die Ärztin oder den Arzt, berichtest über Veränderungen und notierst neue Anordnungen.
  • 9:30 Uhr — Behandlungspflege: Verbandswechsel, Infusionen anhängen, Medikamente verabreichen, Blutabnahmen.
  • 10:30 Uhr — Mobilisation, Begleitung zu Untersuchungen (Röntgen, CT, EKG), Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten.
  • 12:00 Uhr — Mittagessen verteilen und anreichen. Eigene Pause (30 Minuten).
  • 13:00 Uhr — Dokumentation: Pflegeberichte schreiben, Pflegeplanung aktualisieren, Laborwerte kontrollieren.
  • 14:00 Uhr — Übergabe an die Spätschicht. Du berichtest strukturiert über alle Patientinnen und Patienten.
  • 14:30 Uhr — Feierabend.

Spätschicht (ca. 13:30–22:00 Uhr)

Die Spätschicht ist oft etwas ruhiger, aber nicht weniger wichtig:

  • 13:30 Uhr — Dienstbeginn und Übergabe von der Frühschicht.
  • 14:00 Uhr — Nachmittagsrunde: Vitalzeichen kontrollieren, Medikamente geben, Verbandswechsel.
  • 15:00 Uhr — Besuchszeit: Gespräche mit Angehörigen, Fragen beantworten, Beratung.
  • 16:00 Uhr — Nachmittagspflege: Lagerungswechsel, Mobilisation, Inkontinenzversorgung.
  • 17:30 Uhr — Abendessen verteilen und anreichen.
  • 18:30 Uhr — Abendmedikamente verteilen, Blutzucker messen, Insulin spritzen.
  • 19:30 Uhr — Abendliche Grundpflege: Waschen, Zahnpflege, beim Umziehen helfen, Nachtlagerung.
  • 20:30 Uhr — Dokumentation und Vorbereitung der Übergabe.
  • 21:30 Uhr — Übergabe an die Nachtschicht.
  • 22:00 Uhr — Feierabend.

Nachtschicht (ca. 21:30–6:30 Uhr)

Die Nachtschicht erfordert besondere Aufmerksamkeit — du bist mit weniger Personal für mehr Patientinnen und Patienten verantwortlich:

  • 21:30 Uhr — Dienstbeginn, Übergabe von der Spätschicht.
  • 22:00 Uhr — Kontrollrunde: Sind alle Patientinnen und Patienten versorgt? Infusionen laufen korrekt? Besondere Überwachungen einleiten.
  • 23:00 Uhr — Ruhe auf Station. Dokumentation aufarbeiten, Pflegeplanungen überprüfen, Materialien auffüllen.
  • 1:00 Uhr — Lagerungsrunde bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten. Inkontinenzversorgung.
  • 3:00 Uhr — Erneute Kontrollrunde. Vitalzeichen bei Überwachungspatientinnen und -patienten.
  • 5:00 Uhr — Letzte Lagerungsrunde. Blutzucker messen bei Diabetikern. Nüchternblutabnahmen für das Labor vorbereiten.
  • 6:00 Uhr — Übergabe an die Frühschicht vorbereiten.
  • 6:30 Uhr — Feierabend.
Schichtarbeit: Ja, Pflegefachkräfte arbeiten im Schichtdienst — auch am Wochenende und an Feiertagen. Dafür gibt es Zuschläge und Ausgleichstage. Viele Pflegekräfte schätzen es, auch mal unter der Woche frei zu haben, wenn andere arbeiten müssen.

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Häufig gestellte Fragen zu den Aufgaben einer Pflegefachkraft

Muss ich als Pflegefachkraft auch Blut abnehmen?

Ja, die venöse Blutabnahme gehört in vielen Einrichtungen zu den Aufgaben der Pflegefachkräfte. In der Ausbildung lernst du die Technik Schritt für Schritt — zuerst am Übungsarm und dann unter Anleitung an echten Patientinnen und Patienten. Keine Sorge: Übung macht den Meister, und nach ein paar Malen wird es Routine.

Ist der Pflegeberuf nur körperlich anstrengend?

Die körperliche Belastung ist ein Faktor — du bist viel auf den Beinen, hebst und lagerst Patientinnen und Patienten und arbeitest im Schichtdienst. Aber der Beruf ist auch emotional fordernd: Du begleitest schwer kranke Menschen, erlebst Leid und manchmal auch den Tod. Gleichzeitig gibt es kaum einen Beruf, in dem du so viel Dankbarkeit und menschliche Nähe erfährst. Wichtig ist, dass du gut auf dich selbst achtest und dir Unterstützung holst, wenn du sie brauchst.

Welche Aufgaben dürfen Pflegefachkräfte nicht ausführen?

Bestimmte ärztliche Tätigkeiten bleiben Ärztinnen und Ärzten vorbehalten — zum Beispiel das Stellen von Diagnosen, das Verschreiben von Medikamenten oder operative Eingriffe. Allerdings gibt es viele Tätigkeiten, die auf Anordnung der Ärztin oder des Arztes an Pflegefachkräfte delegiert werden können, wie Blutabnahmen, Injektionen oder Infusionstherapien. Die Grenzen sind gesetzlich geregelt.

Unterscheiden sich die Aufgaben in der Altenpflege und im Krankenhaus?

Ja, deutlich. Im Krankenhaus liegt der Schwerpunkt auf der Akutpflege: schnelles Handeln, medizinische Tätigkeiten und kurze Verweildauern. In der Altenpflege steht die langfristige Beziehung im Vordergrund: Alltagsgestaltung, Biografiearbeit und die Begleitung über Monate oder Jahre. Beide Bereiche sind anspruchsvoll, aber auf unterschiedliche Weise.

Wie viel Dokumentation muss ich wirklich machen?

Die Dokumentation nimmt tatsächlich einen spürbaren Teil der Arbeitszeit ein — Schätzungen gehen von 20 bis 30 Prozent aus. Viele Pflegekräfte empfinden das als viel, aber die Dokumentation ist aus rechtlichen und qualitätssichernden Gründen unverzichtbar. Digitale Systeme machen den Prozess zunehmend effizienter. In der Ausbildung lernst du, schnell und präzise zu dokumentieren.

Kann ich mich auf bestimmte Aufgabenbereiche spezialisieren?

Auf jeden Fall! Nach der generalistischen Ausbildung kannst du dich über Fachweiterbildungen spezialisieren — zum Beispiel in der Intensivpflege, Onkologie, Psychiatrie, Palliativpflege oder im OP-Bereich. Auch ein anschließendes Studium in Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder Pflegepädagogik eröffnet dir neue Aufgabenfelder.