Viele Pflegeschulen und Kliniken in Deutschland bilden Menschen aus, die nicht in Deutschland geboren sind – aus Vietnam, Marokko, Tunesien, Indien, den Philippinen und vielen anderen Ländern. Die generalistische Pflegeausbildung steht dir offen, wenn du die Voraussetzungen erfüllst. Diese Seite erklärt, was du brauchst, wie das Visum funktioniert, woran du seriöse Vermittler erkennst und worauf es im Vorstellungsgespräch ankommt.

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Für wen die Ausbildung in Deutschland infrage kommt

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann dauert drei Jahre, ist vergütet (ab dem ersten Monat, siehe Gehalt), kostet kein Schulgeld und endet mit einem in der gesamten EU anerkannten Abschluss. Sie ist ein guter Weg, wenn du

  • einen Schulabschluss hast, der einem deutschen mittleren Schulabschluss (10 Jahre) entspricht,
  • bereit bist, Deutsch mindestens auf Niveau B1, besser B2 zu lernen – die Ausbildung findet vollständig auf Deutsch statt,
  • drei Jahre in Deutschland leben und im Schichtdienst arbeiten möchtest.

Ab 2027 gibt es außerdem die 18-monatige Pflegefachassistenz – ein kürzerer, ebenfalls vergüteter Einstieg, der später mit einem Jahr auf die Fachkraftausbildung angerechnet wird.

Wer im Herkunftsland bereits eine Pflegeausbildung oder ein Pflegestudium abgeschlossen hat, geht in der Regel einen anderen Weg: die Anerkennung als Pflegefachkraft. Informationen dazu bietet das Portal Anerkennung in Deutschland des Bundes.

Die Voraussetzungen im Überblick

VoraussetzungWas verlangt wirdWo du es klärst
SchulabschlussGleichwertig mit dem deutschen mittleren Schulabschluss (in der Regel 10 Schuljahre) oder Hauptschulabschluss plus abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung (bzw. mindestens einjährige Pflegehelfer-/Pflegeassistenzausbildung)Bewertung des Zeugnisses über die Datenbank anabin und die zuständige Landesbehörde; die Pflegeschule hilft beim Antrag
DeutschkenntnisseFür das Ausbildungsvisum in der Regel B1 („ausreichende“ Deutschkenntnisse nach § 16a Abs. 3 AufenthG); die meisten Pflegeschulen und Träger verlangen B2 – spätestens zur Abschlussprüfung. Das PflBG nennt kein Niveau, sondern verlangt die „für die Ausübung des Berufs erforderlichen“ Deutschkenntnisse (§ 2 Nr. 4, § 11 Abs. 2 PflBG); das konkrete Niveau legen Länder und Schulen festZertifikat eines anerkannten Anbieters (Goethe-Institut, telc, ÖSD, TestDaF)
AusbildungsvertragVertrag mit einem Träger der praktischen Ausbildung (Krankenhaus, Pflegeheim, ambulanter Dienst) und Platz an einer PflegeschuleBewerbung beim Träger oder über ein Vermittlungsprogramm
VisumAufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung nach § 16a AufenthGDeutsche Botschaft oder Konsulat im Herkunftsland
GesundheitÄrztliche Bescheinigung der gesundheitlichen Eignung, Impfnachweise (u. a. Masern)Arzt im Herkunftsland und in Deutschland

Alle Angaben: Stand 2026, ohne Gewähr – verbindlich sind die Auskünfte der Botschaft, der Ausländerbehörde und der Landesbehörde.

Der Weg Schritt für Schritt

  1. Deutsch lernen – so früh wie möglich. B1 dauert bei Vollzeitkursen meist 6–9 Monate, B2 weitere 4–6 Monate. Viele Programme verbinden den Sprachkurs im Herkunftsland mit der Vermittlung eines Ausbildungsplatzes.
  2. Zeugnisse übersetzen und bewerten lassen – beglaubigte Übersetzungen deines Schulabschlusses; die Gleichwertigkeit prüft die für Pflegeschulen zuständige Landesbehörde (die Schule nennt sie dir).
  3. Ausbildungsplatz finden – direkt bei Trägern, die Erfahrung mit internationalen Auszubildenden haben, oder über ein Programm (siehe unten). Unser Pflegeschulen-Verzeichnis hilft bei der Suche nach Trägern in deiner Wunschregion.
  4. Bewerbung und Vorstellungsgespräch – meist als Videogespräch. Wie du dich vorbereitest, steht unten und auf der Seite Vorstellungsgespräch.
  5. Visum beantragen – mit Ausbildungsvertrag, Sprachzertifikat, Nachweis des Schulabschlusses und Krankenversicherung bei der deutschen Auslandsvertretung. Das Portal Make it in Germany der Bundesregierung beschreibt das Verfahren.
  6. Einreise und Start – Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, Aufenthaltstitel bei der Ausländerbehörde, Konto, Krankenkasse; viele Träger helfen bei Wohnung und Behördengängen.

Wer noch keinen Vertrag hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Visum zur Ausbildungsplatzsuche einreisen (u. a. Höchstalter, Deutsch B1, gesicherter Lebensunterhalt) – Details bei Make it in Germany.

Faire Vermittlung: Woran du seriöse Angebote erkennst

Die Nachfrage nach Pflegekräften hat viele Vermittler auf den Plan gerufen – nicht alle sind seriös. Achte auf diese Punkte:

  • Du zahlst keine Vermittlungsgebühr. In Deutschland gilt für faire Anwerbung das Prinzip, dass der Arbeitgeber die Kosten trägt („Employer pays"). Das Gütezeichen Faire Anwerbung Pflege Deutschland kennzeichnet Vermittler, die das einhalten.
  • Keine Knebelverträge: Rückzahlungsklauseln für Sprachkurs oder Flug, die dich jahrelang an einen Arbeitgeber binden, sind ein Warnsignal.
  • Transparenz: Seriöse Anbieter nennen dir Träger, Pflegeschule, Ort, Vergütung und Vertragsbedingungen, bevor du unterschreibst.
  • Staatliche Programme: Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) betreibt gemeinsam mit der GIZ das Programm Triple Win. Es richtet sich vor allem an bereits ausgebildete Pflegefachkräfte; für die Ausbildung gibt es einzelne Länderkomponenten (z. B. Vietnam). Für Marokko, Tunesien und Ägypten lief das Projekt THAMM. Ob und welche Programme aktuell Bewerbungen annehmen, erfährst du direkt bei der ZAV.

Was die Ausbildung kostet – und was du verdienst

Die Ausbildung selbst ist kostenlos, und du bekommst vom ersten Monat an eine Ausbildungsvergütung – im öffentlichen Dienst 2026 rund 1.490 EUR brutto im ersten Jahr (siehe Gehalt in der Pflegeausbildung). Davon lebt man in Deutschland bescheiden, aber es reicht für Miete in einem Wohnheim oder einer WG, Krankenversicherung und Lebenshaltung. Vorab fallen an: Sprachkurs und Prüfung, beglaubigte Übersetzungen, Visumgebühr, Flug und die ersten Wochen in Deutschland. Nebenbei arbeiten darfst du mit dem Ausbildungsvisum in begrenztem Umfang (bis zu 20 Stunden pro Woche, Stand 2026).

Nach bestandener Prüfung kannst du in Deutschland als Pflegefachkraft arbeiten; das Aufenthaltsgesetz sieht dafür einen Übergang von der Ausbildung in die Beschäftigung vor, inklusive einer Frist zur Arbeitsplatzsuche nach dem Abschluss (§ 20 AufenthG). Mit dem Fachkräftemangel in der Pflege sind die Übernahmechancen sehr hoch.

Das Vorstellungsgespräch als internationale:r Bewerber:in

Die meisten Gespräche finden per Video statt. Neben den üblichen Fragen kommen typischerweise diese hinzu:

  • „Warum möchten Sie in Deutschland arbeiten?" – Ehrlich und konkret antworten: berufliche Perspektive, Qualität der Ausbildung, Familie oder Freunde in Deutschland. Vermeide reine Geld-Argumente.
  • „Wie gut ist Ihr Deutsch – und wie lernen Sie weiter?" – Nenne dein aktuelles Niveau, das Zertifikat und deinen Plan bis B2. Sprich im Gespräch bewusst langsam und bitte nach, wenn du etwas nicht verstehst – das wirkt souverän, nicht schwach.
  • „Kennen Sie den Schichtdienst? Wie gehen Sie mit Heimweh um?" – Zeig, dass du weißt, was auf dich zukommt, und wie du dir ein Netz aufbaust (Kolleg:innen, Community, Sport, Kontakt nach Hause).
  • „Haben Sie Erfahrung in der Pflege?" – Praktika, Pflege von Angehörigen, Ehrenamt zählen. Beschreibe konkrete Situationen.
  • „Was wissen Sie über unsere Einrichtung?" – Website des Trägers lesen: Größe, Fachabteilungen, Pflegeschule, Vertiefungseinsätze.

Praktische Tipps: Stabile Internetverbindung und ruhiger Hintergrund testen; Dokumente (Lebenslauf, Zertifikate, Zeugnisse) als PDF bereithalten; Uhrzeit auf deutsche Zeit umrechnen; Kleidung wie bei einem Gespräch vor Ort. Vorlagen für Anschreiben und Lebenslauf findest du unter Bewerbungsschreiben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welches Deutschniveau brauche ich für die Pflegeausbildung?

Für das Ausbildungsvisum wird in der Regel B1 erwartet; die meisten Pflegeschulen und Träger verlangen B2, weil Unterricht, Dokumentation und Prüfungen auf Deutsch stattfinden. Plane B2 spätestens bis zur Abschlussprüfung ein – viele Träger unterstützen dich mit begleitenden Sprachkursen.

Muss ich für die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes bezahlen?

Nein. Bei fairer Anwerbung trägt der Arbeitgeber die Kosten. Vermittler mit dem Gütezeichen „Faire Anwerbung Pflege Deutschland" verpflichten sich dazu. Wer von dir Gebühren verlangt oder hohe Rückzahlungen an eine Bindung koppelt, ist mit Vorsicht zu behandeln.

Wird mein Schulabschluss in Deutschland anerkannt?

Das hängt vom Land und vom Abschluss ab. Die Datenbank anabin der Kultusministerkonferenz gibt eine erste Einschätzung; die verbindliche Gleichwertigkeitsprüfung macht die für Pflegeschulen zuständige Landesbehörde. Pflegeschulen kennen das Verfahren und helfen beim Antrag.

Kann ich meine Familie mitbringen?

Der Familiennachzug während einer Ausbildung ist nur eingeschränkt möglich und hängt von Einkommen und Wohnraum ab. Nach der Ausbildung, als Fachkraft, sind die Voraussetzungen deutlich einfacher. Lass dich dazu bei der Ausländerbehörde oder einer Migrationsberatungsstelle beraten.

Kann ich nach der Ausbildung in Deutschland bleiben?

Ja. Mit dem Abschluss als Pflegefachfrau / Pflegefachmann kannst du eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft beantragen; das Aufenthaltsgesetz sieht nach der Ausbildung auch eine Frist zur Arbeitsplatzsuche vor. Pflegefachkräfte werden bundesweit gesucht – die Übernahme durch den Ausbildungsträger ist der Regelfall.

English summary

Germany's three-year nursing programme (Pflegefachfrau / Pflegefachmann) is open to applicants from abroad. You need a school qualification equivalent to the German intermediate certificate (usually 10 years of schooling), German language skills at B1 for the training visa (most schools and employers require B2 by the final exam), a training contract with a hospital, care home or home-care service, and a residence permit for vocational training under section 16a of the German Residence Act. There are no tuition fees and you receive a salary from the first month (about 1,490 EUR gross per month in the public sector in 2026). Never pay a recruitment agency: under fair recruitment rules the employer covers the costs – look for the "Faire Anwerbung Pflege Deutschland" seal or state programmes such as Triple Win. Official information: Make it in Germany and Recognition in Germany.

Tóm tắt tiếng Việt

Chương trình đào tạo điều dưỡng ba năm tại Đức (Pflegefachfrau / Pflegefachmann) mở cho ứng viên nước ngoài. Bạn cần: bằng tốt nghiệp tương đương trung học cơ sở Đức (thường 10 năm học), tiếng Đức B1 để xin thị thực (hầu hết trường và nhà tuyển dụng yêu cầu B2 trước kỳ thi cuối), hợp đồng đào tạo với bệnh viện hoặc cơ sở chăm sóc, và giấy phép cư trú để đào tạo nghề theo § 16a Luật Cư trú. Không có học phí, bạn nhận lương từ tháng đầu (khoảng 1.490 EUR/tháng trước thuế trong khu vực công, năm 2026). Không trả phí môi giới: theo nguyên tắc tuyển dụng công bằng, nhà tuyển dụng chịu chi phí – hãy tìm dấu „Faire Anwerbung Pflege Deutschland" hoặc chương trình nhà nước như Triple Win.

Résumé en français

La formation allemande en soins infirmiers (Pflegefachfrau / Pflegefachmann, trois ans) est ouverte aux candidat·e·s de l'étranger. Il faut : un diplôme scolaire équivalent au certificat intermédiaire allemand (en général 10 années de scolarité), l'allemand au niveau B1 pour le visa de formation (la plupart des écoles et employeurs exigent le B2 avant l'examen final), un contrat de formation avec un hôpital ou un établissement de soins, et un titre de séjour pour formation professionnelle selon le § 16a de la loi sur le séjour. Pas de frais de scolarité, et un salaire dès le premier mois (environ 1 490 EUR brut par mois dans le secteur public en 2026). Ne payez jamais d'agence de recrutement : selon les règles du recrutement équitable, c'est l'employeur qui prend en charge les coûts – cherchez le label « Faire Anwerbung Pflege Deutschland » ou les programmes publics de la ZAV (Agence fédérale pour l'emploi).

Quellen

Stand: August 2026. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.