Ab 2027 gibt es in der Pflege zwei bundesweit geregelte Ausbildungen: die Pflegefachassistenz (18 Monate) und die Pflegefachfrau / den Pflegefachmann (3 Jahre). Beide führen in einen sicheren Beruf, beide sind vergütet, beide finden in Pflegeschule und Praxis statt. Der Unterschied liegt in Zugang, Tiefe und Verantwortung – und darin, was danach möglich ist.

Der Vergleich

PflegefachassistenzPflegefachfrau / Pflegefachmann
Dauer18 Monate (Teilzeit bis 36)3 Jahre (Teilzeit bis 5)
ZugangHauptschulabschluss, gleichwertiger Abschluss, Berufsausbildung oder Eignungsprognose ohne Abschlussmittlerer Schulabschluss, zehnjährige Schulbildung oder Hauptschulabschluss + zweijährige Berufsausbildung / einjährige Assistenz
RechtsgrundlagePflFAssG (ab 2027)PflBG (seit 2020)
PraxiseinsätzeKrankenhaus, Pflegeheim, ambulantzusätzlich Pädiatrie, Psychiatrie, Vertiefungseinsatz
Verantwortungselbstständige Pflege in nicht komplexen Situationen, Mitwirkung bei allem anderenvolle Verantwortung für den Pflegeprozess inkl. vorbehaltener Tätigkeiten (§ 4 PflBG)
Vergütunggesetzlich garantiert, Tarifwerte in VerhandlungTVAöD-Pflege 2026: 1.490–1.653 EUR/Monat
Gehalt danachHilfs-/Assistenzgruppenab ca. 3.510 EUR (TVöD-P, P 7)
Anerkennungbundesweit; EU-Anerkennung nur im Einzelfallautomatisch in der gesamten EU
KarriereWeg zur Fachkraft mit Anrechnung (1 Jahr)Fachweiterbildung, Leitung, Studium, APN

Für wen die Assistenz die bessere Wahl ist

  • Hauptschulabschluss ohne Berufsausbildung – die Assistenz ist dein direkter Zugang; die Fachkraft folgt verkürzt.
  • Kein Schulabschluss – nur die Assistenz bietet über die Eignungsprognose einen Weg.
  • Schnell in den Beruf – nach 18 Monaten verdienst du dein eigenes Geld und sammelst Erfahrung.
  • Teilzeit nötig – Eltern, pflegende Angehörige, Nebenjob: 36 Monate Teilzeit sind ausdrücklich vorgesehen.
  • Unsicher, ob Pflege passt – die kürzere Ausbildung ist der niedrigere Einsatz; der Abschluss bleibt in jedem Fall wertvoll.
  • Quereinstieg 30+ mit Berufserfahrung in der Pflege – Verkürzungen bis zum 320-Stunden-Vorbereitungskurs sind möglich.

Für wen die Fachkraft die bessere Wahl ist

  • Mittlerer Schulabschluss oder höher – der Direktweg spart dir gegenüber der Stufenlösung ein halbes Jahr.
  • Verantwortung und Gehalt – die vorbehaltenen Tätigkeiten und die Fachkraft-Entgeltgruppen gibt es nur mit dem dreijährigen Abschluss.
  • Karriere – Fachweiterbildungen, Leitung, Pflegestudium und Advanced Practice Nursing setzen die Fachkraft voraus.
  • Ausland – nur der generalistische Fachkraft-Abschluss wird EU-weit automatisch anerkannt.

Die Stufenlösung: erst Assistenz, dann Fachkraft

Viele werden beides machen: 18 Monate Assistenz, ein oder zwei Jahre arbeiten, dann die Fachkraft in zwei statt drei Jahren. Insgesamt 3,5 Jahre Ausbildung – mit Berufsabschluss nach 18 Monaten, Gehalt und Erfahrung dazwischen. Wie die Anrechnung funktioniert, steht unter Von der Pflegefachassistenz zur Pflegefachkraft.

So findest du es heraus

  1. Prüfe deinen Schulabschluss gegen die Zugangstabelle oben.
  2. Mach ein Praktikum – ein bis zwei Wochen reichen, um zu wissen, ob Pflege passt.
  3. Nutze den Pflege-Typ-Test, um herauszufinden, welcher Bereich zu dir passt – er gilt für beide Ausbildungen.
  4. Frag bei Trägern in deiner Nähe (Pflegeschulen-Verzeichnis), welche Ausbildung sie ab 2027 anbieten – viele bieten beide an und beraten dich.

Alle Details zur Assistenz: Pflegefachassistenz – die neue Ausbildung ab 2027. Alle Details zur Fachkraft: Generalistische Pflegeausbildung.