Immer mehr Pflegefachkräfte studieren nach dem Examen – und das Beste: Du musst dafür nicht aufhören zu arbeiten. Viele Hochschulen bieten Pflegestudiengänge berufsbegleitend oder als Fernstudium an, und deine Ausbildung kann dir einen Teil des Studiums ersparen.

Welche Studiengänge gibt es?

StudiengangWohin er führtAbschluss
Pflege / PflegewissenschaftPflegeexpertise, Qualitätsmanagement, Pflegeberatung, ForschungBachelor, Master
Pflegepädagogik / Berufspädagogik PflegeLehrkraft an einer Pflegeschule, BildungsmanagementBachelor, für den theoretischen Unterricht in der Regel Master
Pflegemanagement / GesundheitsmanagementStations-, Bereichs- und Pflegedienstleitung, VerwaltungBachelor, Master
Advanced Practice Nursing (APN)Erweiterte klinische Rolle mit Spezialisierung, z. B. in der Onkologie oder Wundversorgungmeist Master

Lehrkraft werden: Wer an einer Pflegeschule theoretischen Unterricht geben will, braucht nach dem Pflegeberufegesetz grundsätzlich eine pflegepädagogische Hochschulausbildung auf Masterniveau (§ 9 PflBG). Die Länder dürfen hiervon bis Ende 2035 befristete Ausnahmen regeln – ein Bachelor reicht also manchmal für den Einstieg, langfristig solltest du den Master einplanen.

Studieren ohne Abitur

Mit abgeschlossener Pflegeausbildung kannst du auch ohne Abitur studieren. Die Hochschulgesetze der Länder öffnen das Studium für beruflich Qualifizierte, grob nach diesem Muster:

  • Mit Ausbildung und Berufserfahrung (häufig drei Jahre): fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung – also für Studiengänge, die zu deinem Beruf passen, wie Pflege oder Pflegemanagement. Manche Länder verlangen zusätzlich eine Eignungsprüfung oder ein Probestudium.
  • Mit Aufstiegsfortbildung (z. B. landesrechtlich geregelte Leitungsweiterbildung): oft allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Die Studienberatung der Hochschule sagt dir verbindlich, ob du zugelassen wirst.

Anrechnung der Ausbildung

Hochschulen können außerhalb der Hochschule erworbene Kompetenzen auf das Studium anrechnen – bis zu 50 Prozent der Studienleistungen. Bei Pflegestudiengängen wird die Ausbildung häufig pauschal oder individuell angerechnet, sodass sich das Studium um ein bis mehrere Semester verkürzt. Frag vor der Einschreibung konkret nach, wie viele Credit Points (ECTS) dir angerechnet werden – das spart Zeit und Studiengebühren.

Berufsbegleitend, Fernstudium oder Vollzeit?

  • Fernstudium: Lernen per Studienbrief und Onlineplattform, wenige Präsenz- oder Prüfungstermine. Ideal für Schichtdienst, braucht aber Selbstdisziplin. Meist an privaten Hochschulen mit monatlichen Gebühren.
  • Berufsbegleitend in Präsenz: Vorlesungen abends oder an Wochenenden, oft an staatlichen Fachhochschulen – günstiger, aber an einen Ort gebunden.
  • Vollzeit: Schnellster Weg, aber du verdienst in der Zeit kaum. Für Pflegefachkräfte selten die erste Wahl.

Rechne bei privaten Fernhochschulen für einen Bachelor mit Gesamtkosten im mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Staatliche Hochschulen verlangen in der Regel nur den Semesterbeitrag. Studiengebühren kannst du als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben, und viele Arbeitgeber beteiligen sich, wenn das Studium zur Stelle passt.

Lohnt sich ein Studium finanziell?

Im öffentlichen Dienst ist mit Bachelor und passender Tätigkeit eine Eingruppierung ab P 12 möglich (etwa 4.650–5.500 € brutto), mit Master und Leitungs- oder Expertenfunktion auch über 6.000 € brutto. Wichtig: Entscheidend ist die Stelle, nicht der Abschluss allein. Wer nach dem Bachelor auf derselben Stelle bleibt, verdient nicht automatisch mehr. Mehr dazu unter Gehalt mit Pflegestudium.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich Vollzeit arbeiten und gleichzeitig studieren?

Ja, viele machen das – realistisch planen solltest du mit 15 bis 20 Stunden Lernzeit pro Woche. Mit Schichtdienst ist eine Reduzierung auf 75–80 Prozent oft die bessere Lösung, wenn es finanziell möglich ist.

Was ist der Unterschied zum primärqualifizierenden Pflegestudium?

Das primärqualifizierende Pflegestudium ersetzt die Ausbildung: Du wirst im Studium zur Pflegefachkraft ausgebildet und schließt mit Bachelor und Berufszulassung ab. Diese Seite richtet sich an alle, die die Ausbildung schon haben und danach studieren wollen.

Brauche ich für Pflegemanagement ein Studium?

Nicht zwingend. Für die Pflegedienstleitung in der Langzeitpflege reicht auch eine Leitungsweiterbildung mit mindestens 460 Stunden. In Krankenhäusern und für höhere Leitungsebenen wird ein Studium aber immer häufiger erwartet. Mehr dazu unter Leitung in der Pflege.

Quellen

  • § 9 PflBG – Mindestanforderungen an Pflegeschulen (Masterniveau, Übergangsregel bis 31.12.2035)
  • KMK-Beschluss „Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung" (2009) und Hochschulgesetze der Länder
  • KMK-Beschlüsse zur Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen (bis zu 50 %)
  • TVöD-P Entgelttabelle (ab 1. Mai 2026), siehe Gehalt in der Pflege
  • Stand: Oktober 2026